MBL Blog - Lob - Zauberei?

 

Über 90 Prozent der deutschen Führungskräfte glauben, dass sie ihre Mitarbeiter motivieren. Lediglich 34 Prozent der Mitarbeiter empfinden es so. Es gibt viele Gründe dafür - einer ist professionelles Feedback geben. In vielen Führungskräftetraining zwar ein Thema, aber die Umsetzung bedeutet mich selbst zu reflektieren und Verhalten neu zu lernen - eine Herausforderung für einige. 

Heute geht es um das Bestätigungsfeedback, also das Lob. Und mit diesem tun sich viele Chefs besonders schwer. Anerkennung benötigt jeder Mensch, mal mehr, mal weniger. Eine Führungskraft sollte dieses Instrument aber unbedingt beherrschen - kostet nichts, hat große Wirkung!

Hier ein paar Impulse für eine gute Durchführung:  

  1. Ehrlich und offen sein. Menschen merken, wenn ein Feedback nur des guten Klimas willens gegeben wird. Lieber eine Eigenschaft, einen Job, eine Erledigung explizit hervorheben, statt einfach etwas ohne Überzeugung zu sagen. 
  2. Und dem gleich angeschlossen: Kein pauschales Lob geben, sondern ganz genau formulieren, was gut gelungen ist. Beispiel: “Ihre Präsentation gestern war sehr gut.” (pauschal), besser: … Insbesondere hat mir gut gefallen, wie Sie alle wichtigen Informationen so aufbereitet hatten, dass alle sofort verstanden haben, um was es geht.”
  3. Lob und Kritik nicht vermischen oder mit Lob eine Kritik abschwächen wollen – auch das sogenannte Sandwich-Feedback (eine negative Kritik in zwei positive Kritiken packen) ist nachgewiesen ein Modell, das definitiv nicht funktioniert.
  4. Ohne Einschränkungen: “Haben Sie gut gemacht, könnten Sie immer so machen” ist so eine typische Formulierung, die keine oder eher negative Reaktion beim Mitarbeiter auslöst.
  5. Vor anderen? Aufpassen, manche Personen mögen das gar nicht. Besser im Vier-Augen-Gespräch. Und falls es doch mal angebracht ist: Nicht dazu nutzen, den Rest vom Team “abzuwatschen” à la: Seht her, ihr seid nur zu doof dazu …
  6. Die richtige Dosis: Führungskräfte sollen auch beim Loben authentisch bleiben. Es muss zur Führungskraft, zum Mitarbeiter und zur Situation passen. Das rauszufinden ist ein Lernprozess.
  7. Was ist eigentlich ein Lob? Für den einen reicht ein gelegentliches Anerkennen besonderer Leistung, für den anderen ist es Lebenselixier. Hier gilt es, Fingerspitzengefühl zu entwickeln und das richtige Maß pro Mitarbeiter zu finden. Auch hier gilt: üben, üben, üben.

Un­se­re Team­mit­glie­der freu­en sich, Füh­rungs­kräf­te im Team oder im Ein­zel-Ge­spräch fit für gutes Feed­back zu ma­chen, ein­fach mel­den: team[at]​karinbacher-​consultants.​de