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Homeoffice = Kontrollverlust?

Karin Bacher Consultants . Homeoffice=Kontrollverlust

 

Die neue, durch die Pan­de­mie­ent­wick­lung mehr oder we­ni­ger auf­ge­zwun­ge­ne Ar­beits­kul­tur lässt nur noch wenig Raum für einen tra­di­tio­nel­len Füh­rungs­stil. Das Ar­bei­ten von zu Hause be­trach­ten viele Füh­rungs­kräf­te als be­denk­lich, da ihre Mit­ar­bei­ter re­mo­te und damit ohne di­rek­te Ein­griffs­mög­lich­keit von­sei­ten der Füh­rungs­kraft ar­bei­ten. Das viel zi­tier­te und wich­ti­ge Ver­trau­en in Mit­ar­bei­ter wird auf eine harte Probe ge­stellt.

Dem Wech­sel von der Bü­ro­ar­beit ins Ho­me­of­fice, was zu Be­ginn des ers­ten Lock­downs noch mit ei­ni­ger Be­geis­te­rung auf­ge­nom­men wurde – nicht zu­letzt des­halb, weil es trotz der tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen auch ganz gut funk­tio­nier­te –, wurde nun ein Dämp­fer ver­setzt. Nach lan­gen Mo­na­ten des Vi­deo­con­fe­ren­cings macht sich die Be­fürch­tung breit, dass sich mit einer ver­grö­ßer­ten bis dau­er­haf­ten Re­mo­te-Ar­beit auch grö­ße­re kul­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen im Be­trieb ein­schlei­chen, die sich kaum mehr kon­trol­lie­ren und be­gren­zen las­sen.

Ei­ner­seits ist eine ge­wis­se Er­mü­dung er­kenn­bar an­ge­sichts der doch über­wie­gend neuen Si­tua­ti­on, die von vie­len Füh­rungs­kräf­ten gerne wie­der rück­gän­gig ge­macht wer­den würde. An­de­rer­seits hat das Ver­schwim­men der Gren­zen zwi­schen Beruf und Frei­zeit – mit dem Zu­ge­winn vor allem an zeit­li­cher Fle­xi­bi­li­tät – auch klare Vor­tei­le auf­ge­zeigt. Der klas­si­sche hier­ar­chi­sche Füh­rungs­stil steht auf dem Prüf­stand – eben­so wie das strikt nach Ab­tei­lun­gen ge­trenn­te Ar­bei­ten. Der Zu­ge­winn an Au­to­no­mie in über­grei­fen­den Teams hat durch­aus po­si­ti­ve Ef­fek­te er­ge­ben und führ­te in man­chen Un­ter­neh­men sogar zu spür­bar er­höh­tem En­ga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter.

 

Los­las­sen fällt man­chem schwer

Gleich­wohl ist der emp­fun­de­ne Kon­troll­ver­lust bei Füh­rungs­kräf­ten das vor­herr­schen­de Thema, was auch un­se­re Er­fah­run­gen mit Kun­den wi­der­spie­gelt. Ge­ra­de Un­ter­neh­men, die bis­her einem be­vor­ste­hen­den Wan­del der Ar­beits­welt wenig auf­ge­schlos­sen ge­gen­über­stan­den, sehen sich plötz­lich vor ge­wal­ti­gen Auf­ga­ben. Aus­nah­men sind hier Un­ter­neh­men wie z. B. aus dem IT-Be­reich, die schon immer viel re­mo­te ge­ar­bei­tet haben und sich grund­sätz­lich durch eine an­de­re Ar­beits­kul­tur aus­zeich­nen.

Doch eine Trans­for­ma­ti­on zu einer neuen Ar­beits­kul­tur kann nicht gänz­lich un­vor­be­rei­tet und schon gar nicht au­to­ma­tisch ab­lau­fen. Eine Vor­aus­set­zung dafür ist ein vor­bild­haf­tes Ver­hal­ten durch Füh­rungs­kräf­te mit aus­ge­präg­ter tech­no­lo­gi­scher wie auch so­zia­ler Kom­pe­tenz. Zudem braucht es eine sys­te­ma­ti­sche Be­glei­tung – Struk­tu­ren, die in den meis­ten Un­ter­neh­men bis­her nicht exis­tie­ren.

Hier ist der Kern des Pro­blems: Viele Un­ter­neh­men un­ter­schät­zen eine gut mo­de­rier­te Ein­füh­rung neuer Füh­rungs­leit­sät­ze und damit eine kon­ti­nu­ier­li­che Ver­än­de­rung der Un­ter­neh­mens­kul­tur. Wenn das Ho­me­of­fice Be­stand­teil des „New Nor­mal“ sein soll, braucht es Ge­brauchs­an­wei­sun­gen und Spiel­re­geln, die ei­ner­seits all­ge­mein gel­ten kön­nen, je­doch für jedes Un­ter­neh­men in­di­vi­du­ell für des­sen spe­zi­fi­sche Be­dürf­nis­se ent­wi­ckelt wer­den soll­ten.

 

Leit­plan­ken für das New Nor­mal

Zu den ge­ne­rel­len An­for­de­run­gen ge­hö­ren klare struk­tu­rel­le Vor­ga­ben bei On­line-Mee­tings, wie zum Bei­spiel die Ziel­set­zung, ob sie der In­for­ma­ti­on, der Dis­kus­si­on oder der Ent­schei­dungs­fin­dung die­nen sol­len. Zu den ge­ne­rel­len An­for­de­run­gen ge­hört eben­falls, dass beim Weg­fall von Prä­senz­mee­tings die so­zia­le Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht zu kurz kom­men darf. An­statt der üb­li­chen in­itia­len Small-Talk-Run­den kom­men Vi­deo­kon­fe­renz­run­den meist di­rekt zum Thema, „zur Sache“, wobei oft das mensch­li­che Mit­ein­an­der auf der Stre­cke bleibt. Wich­tig ist es des­halb, auch so­zia­le Ele­men­te in den vir­tu­el­len Ar­beits­all­tag ein­zu­bau­en, wie z. B. Pau­sen, vir­tu­el­les Kaf­fee­trin­ken, in­ter­ak­ti­ves Spie­len oder einen ge­mein­sa­men Ape­ri­tif.

Ho­me­of­fice wird auch nach Co­ro­na blei­ben und ist ge­ra­de der An­fang einer viel grö­ße­ren Um­wäl­zung der Ar­beits­welt, die „di­gi­ta­le Füh­rung“ braucht. Die tech­no­lo­gi­schen Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen und da­durch rei­bungs­lo­se Ab­läu­fe zu si­chern ist nur ein Teil der Her­aus­for­de­rung. Zu­frie­de­nes Ar­bei­ten, Ent­schei­den und Wohl­füh­len im New Work müs­sen prio­ri­sier­te Ziele sein.

Wir be­glei­ten den Pro­zess der Vir­tua­li­sie­rung von Zu­sam­men­ar­beit und der vir­tu­el­len Mit­ar­bei­ter­füh­rung über­ge­ord­net und geben Feed­back bis ein Best-Prac­ti­ce-Mo­dell für das Un­ter­neh­men ge­fun­den ist. team@​karinbacher-​consultants.​de

Karin Bacher Consultants
Karl-Bührer-Str. 22
D-75177 Pforzheim
Fon: +49 (0) 7231 4628 631
E-Mail: info(at)karinbacher-consultants.de

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