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Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument?

Ja, aber nur, wenn es rich­tig ein­ge­setzt wird und vor allem mehr ist als das Aus­fül­len stan­dar­di­sier­ter For­mu­la­re. Und schon gar nicht, wenn das Vier-Augen-Ge­spräch nur ein­mal im Jahr statt­fin­den soll­te. Das mag die Per­so­nal­ab­tei­lung freu­en, wenn der In­halt dann in die Per­so­nal­ak­te wan­dert und als Vor­la­ge, unter an­de­rem für Ge­halts­ver­hand­lun­gen, die­nen kann. Wirk­lich hilf­reich ist so ein Pflicht-Mit­ar­bei­ter­ge­spräch je­doch kaum und wird des­halb bei Vor­ge­setz­ten wie bei Mit­ar­bei­tern meist als wenig sinn­voll emp­fun­den.

Sa­scha Frank, GF des Re­crui­ting-Un­ter­neh­mens für Fach- und Füh­rungs­kräf­te in Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men „es­pi­ri­don“, hat dazu eine recht dras­ti­sche Hal­tung: „Sol­che Ge­sprä­che kön­nen gar nicht funk­tio­nie­ren. Wel­cher nor­mal den­ken­de Mensch würde einem Freund oder Part­ner ein­mal im Jahr sagen, was er von ihm hält, was in den letz­ten zwölf Mo­na­ten gut oder falsch lief? Wel­chen Nut­zen soll­te man bitte aus Kri­tik zie­hen, die sich auf ein Mo­na­te zu­rück­lie­gen­des Er­eig­nis be­zieht, an das man sich viel­leicht gar nicht mehr er­in­nert? Aber im Ge­schäfts­le­ben soll das plötz­lich gehen. Auch eine zwang­haf­te Aus­rich­tung von Zie­len auf zwölf Mo­na­te in die Zu­kunft spie­gelt meist kaum die be­trieb­li­che Rea­li­tät wider.“

Dem kön­nen wir uns weit­ge­hend an­schlie­ßen, ohne je­doch das In­stru­ment gänz­lich in­fra­ge zu stel­len. Die meis­ten Ma­na­ger wie Mit­ar­bei­ter sind sich denn auch einig, dass es Auf­ga­be des Ma­nage­ments ist, einen of­fe­nen und in­di­vi­du­el­len Aus­tausch mit allen Mit­ar­bei­tern zu er­mög­li­chen – auch ohne lang­fris­tig fest­ge­leg­ten Ter­min. Denn ak­tu­el­le Pro­ble­me, die sich oft erst im Laufe eines neuen Pro­jekts zei­gen, dul­den kei­nen Auf­schub. Dafür müs­sen immer auch per­sön­li­che Ge­sprächs­ter­mi­ne sei­tens des Ma­nage­ments ein­ge­plant wer­den.

Al­ler­dings: „Wenn grund­sätz­lich kein auf Ver­trau­en ba­sie­ren­des, part­ner­schaft­li­ches Ver­hält­nis zwi­schen Ma­na­ger und Mit­ar­bei­ter exis­tiert, kann auch ein ver­ord­ne­tes Mit­ar­bei­ter­ge­spräch man­geln­de Füh­rungs­qua­li­tä­ten nicht er­set­zen.“ So Armin Trost, Pro­fes­sor für Human Re­sour­ces an der Hoch­schu­le Furt­wan­gen. Denn part­ner­schaft­li­che Füh­rung löst zu­neh­mend die tra­di­tio­nel­le Füh­rung ab, wie vor allem auch große Un­ter­neh­men wie Adobe, Goog­le und Mi­cro­soft er­kannt haben.

Die Ein­hal­tung der grund­le­gen­den Regel „zu­hö­ren, ver­ste­hen, re­spek­tie­ren“ ist die beste Vor­aus­set­zung, dass beide Sei­ten vom Mit­ar­bei­ter­ge­spräch pro­fi­tie­ren kön­nen. Eben­so wie die Be­ach­tung der fol­gen­den As­pek­te:

  • Keine ein­sei­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on füh­ren und Mit­ar­bei­ter mit­tels eines um­fang­rei­chen Vor­trags be­leh­ren wol­len.
  • Keine rhe­to­ri­sche Über­le­gen­heit de­mons­trie­ren und da­durch Mit­ar­bei­ter von vorn­her­ein do­mi­nie­ren wol­len.
  • Ver­ständ­nis und Kom­pro­miss­be­reit­schaft zei­gen.
  • Ruhig und sach­lich ar­gu­men­tie­ren – immer kon­sens­ori­en­tiert.
  • Lö­sungs­an­ord­nun­gen per Wei­sungs­be­fug­nis sind meist kon­tra­pro­duk­tiv.
  • Im Zwei­fel eine Pro­blem­lö­sung zu­erst über­den­ken und ver­ta­gen.
  • Leis­tungs­be­wer­tun­gen wie For­de­run­gen nach Leis­tungs­stei­ge­run­gen ra­tio­nal be­grün­den, nur dann wir­ken sie auch mo­ti­vie­rend.
  • Keine Ge­sprä­che unter Zeit­druck füh­ren und den ver­ein­bar­ten Zeit­rah­men ein­hal­ten.

Karin Ba­cher Con­sul­tants ma­chen Füh­rungs­kräf­te fit in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Mit­ar­bei­tern, sei es im Feed­back­ge­ben oder im Um­gang mit schwie­ri­gen Per­so­nen: ➔ team@karinbacher-consultants.de

Karin Bacher Consultants
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Fon: +49 (0) 7231 4628 631
E-Mail: info(at)karinbacher-consultants.de

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